Union Generela di Ladins dla Dolomites

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Union di Ladins dla Dolomites

Diese Seite handelt von der Union di Ladins dla Dolomites (Verband der Dolomitenladiner). Die Union Ladina (der Ladinerverein) ist zum ersten Mal im Jahre 1905 in Innsbruck von Wilhelm Moroder-Lusenberg und anderen gegründet worden.

Da sie als Vorgängerin der Union Generela di Ladins dles Dolomites (Dachorganisation der Dolomitenladiner) gilt, hat diese deshalb im Jahr 2005 der “100 Jahre Union Ladina” gedacht. Alle ladinischen Vereine, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und heutzutage zur Union Generela di Ladins dles Dolomites vereint worden sind, sind wie die Innsbrucker Union Ladina vom Jahre 1905 von der Absicht beseelt, die sprachliche und kulturelle Einheit Ladiniens zu erhalten und zu fördern und das Brauchtum, die Ortsnamenkunde und die Besonderheiten des Ladinischen zu erhalten.

Die Generela setzt sich zum Ziel, das ladinische Bewusstsein in allen Bereichen zu stärken, auch mittels der Massenmedien, vor allem durch ihr Presseorgan “La Usc di Ladins” (Die Stimme der Ladiner).

La Uniun di Ladins dla Val Badia - Der Ladinerverband des Gadertales

Die Uniun di Ladins dla Val Badia (ULVB) wurde in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als Sektion der Union Generela di Ladins gegründet. Seitdem setzten sich einige Leute 20 Jahre lang mit Idealismus und Überzeugung dafür ein, dass sich die Bevölkerung der ladinischen Täler ihrer einzigartigen Identität bewusst werde und und ihr den richtigen Wert gebe. Dies waren u.a. Pfarrer Ujöp Pizzinini aus La Val/Wengen, Dr. Alejio Baldissera, Lehrer und Iurist, Professor Silvester Erlacher, Oberschuldirektor in St. Ulrich und Redakteur bei der “Usc di Ladins”, Franzl Pizzinini, Lehrer und Direktor an der Gadertaler Grundschule, Lehrer Stachio Costa, der 15 Jahre lang Präsident der Uniun di Ladins war und 30 Jahre lang Chronist der Zeitungen und der “RAI ladina”, Lehrer Sepl Moling aus La Val/Wengen, Dr. Franz Vittur und die Lehrer Tone Tolpeit und Scebio Pescollderungg.

In den ersten Jahren ihrer Tätigkeit bemüht sich die Uniun di Ladins, an den Kultursendungen und Nachrichten der RAI ladina teilzunehmen und auch in anderen Zeitschriften, wie “Alto Adige”, “Dolomiten” und “Sonntagsblatt”, Artikel zu veröffentlichen. Die meisten Mitherausgeber der von Prof. Silvester Erlacher gegründeten “La Usc di Ladins” sind auch Mitglieder der Uniun und leisten ihren - unentgeltlichen - Beitrag in der zweimal monatlich erscheinenden ladinischen Zeitschrift. Die ersten Nachkriegspublikationen sind kostspielig und schwer realisierbar. Dasselbe galt für die ersten Publikationen für den Ladinischunterricht in der Schule, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wurden. Im Vergleich zu den damaligen Jahren hat sich im Verlauf von fünfzig Jahren vieles verändert!

Damals fand alle zwei oder drei Jahre der mehrtägige, sogenannte “Internationale Ladinerkongress” statt, und zwar abwechslungsweise in den Dolomiten, in Graubünden und im Friaul. An diesen Versammlungen nahmen Ladiner aus der Schweiz, dem Dolomitenraum und dem Friaul teil. Die Uniuns der einzelnen ladinischen Dolomitentäler veranstalteten jährlich einen sogenannten “Dé cultural ladin” (Tag der ladinischen Kultur), einmal im Gadertal, dann in St. Ulrich und im Fassatal. An diesen “Kulturtagen” diskutierte man über Themen der ladinischen Identität, Literatur und Lokalgeschichte. Die Nachmittage waren gewöhnlich dem ladinischen Volkslied und Theater, der Folklore und den Trachtenumzügen mit Musik gewidmet.

Die Uniun di Ladins dla Val Badia hat zusammen mit der Union di Ladins de Gherdëina (Ladinerverband des Grödnertales) im Jahre 1955 am Ladinerkongress in Udine und drei Jahre später, im Jahre 1958, in Chur teilgenommen. Dies waren die ersten offiziellen Treffen, an denen die Uniun di Ladins in jenen Jahren teilnehmen konnte. Seitdem ist sie mit den Furlans und mit den Grijuns in Kontakt, baut ihre gegenseitige Bekanntschaft aus und tauscht Erfahrungen und Probleme aus. In der Zwischenzeit ist im Jahr 1960 in St. Ulrich die “Cësa di Ladins” (Haus der Ladiner) eingerichtet worden, worin die Union Generela, der Dachverband für die Uniuns der einzelnen Täler, ihren Sitz hat.

Am 27. August 1967 fand im Gasthaus “Crusc Blancia” (Weisses Kreuz) in St. Leonhard im Gadertal die Generalversammlung der Uniun di Ladins statt. Darin wurden der neue Präsident, Dr. Lois Ellecosta, und ein provisorischer, 10köpfiger Rat gewählt, der sich ein neues Statut geben sollte. Dieses wurde dann am 6. Oktober 1967 in Bruneck notariell bestätigt. Dank diesem Dokument ist die Uniun di Ladins eine offiziell anerkannte Institution geworden. Im 1. Artikel des Statuts wird die Uniun di Ladins mit Sitz in Abtei folgendermassen beschrieben: “Die Uniun di Ladins der Sektion Gadertal ist ein Verein, der die ladinischen Probleme und Interessen vertritt. Sie beabsichtigt insbesondere, das ladinische Bewusstsein zu stärken, und trägt dazu bei, unsere Sprache und Kultur, unsere Gepflogenheiten und unser Brauchtum zu pflegen und zu verteidigen. Die Uniun will mit allen Ladinern zusammenarbeiten.”

Der damalige Präsident der ULVB, Dr. Lois Ellecosta, hat in der ersten Ausgabe der Chronik “Sas dla Crusc” der Bevölkerung Auskunft erteilt über die Tätigkeiten der Uniun di Ladins. In seinem Artikel erklärte er:

“Die Uniun dai Ladins ist wie andere Vereinigungen des Gadertales ein Kulturverein für die Ladiner unseres Tales, der unsere ladinische Sprache, unsere Gepflogenheiten und unser gesamtes Brauchtum zu pflegen beabsichtigt. Das Jahresprogamm, das sich die Uniun vornimmt, dient ausschliesslich diesem Ziel. Wir schulden es unseren Vorfahren, mit gutem Gewissen das fortzusetzen und zu pflegen, was sie viele Jahre lang zu verteidigen vermochten und was immer die Eigenart unseres schönen Tales war. Wir lassen heutzutage unsere lange ladinische Tradition versanden, die zu einer Zeit überlebte, als unsere Ahnen ausserhalb des Tales waren und kaum die Sprache ihrer Nachbarn kannten, aber dennoch in ihrem Herzen stolz waren, Ladiner zu sein, und gerührt waren, sobald sie die Sprache ihrer Vorfahren hörten. Da wir heutzutage unseren Nachbarn nur noch wenig abzuschuen haben, müssen wir umso mehr das Erbe möglichst hochhalten. Deshalb soll es für jeden Ladiner die moralische Pflicht sein, in dieser Hinsicht seinen Beitrag zu leisten, und zwar ein jeder nach seinem Vermögen.”

Die Zweckbestimmung und die Zielsetzungen der Uniun waren alle Jahre seit ihrer Gründung Diskussionsthema bei vielen Ratssitzungen. Sie musste bestehen bleiben, auch in Zeiten grosser Veränderungen und des Fortschritts, der natürlich auch die ladinische Sprache und Kultur beeinflusst hat. Die Uniun di Ladins hat sich seit ihrer Gründung das Ziel gesetzt, die kulturellen Lücken, die es bis dahin im Gadertal gab, mit Veranstaltungen zu füllen. Sie hat eine Menge Publikationen, Dias, Musikkassetten und CDs herausgegeben, Kultur-, Musik- und Sportveranstaltungen ins Leben gerufen, und hat sich vorgenommen, Verfasser von ladinischen Texten und Liedern konkret zu unterstützen. Mit ihrer Tätigkeit hat sie sicherlich entscheidend dazu beigetragen, die ladinische Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, ihre Sprache und Identität zu lieben, die sie auf der ganzen Welt einzigartig macht.

La Union di Ladins de Gherdëina - Der Ladinerverband des Grödnertales

Die Union di Ladins de Gherdëina (ULG) wurde im Jahre 1945 gegründet und ist zusammen mit den anderen Unions der ladinischen Täler Teil der Union Generela di Ladins dla Dolomites. Heutzutage zählt die Grödner Union 300 Mitglieder.

Die drei Gründungsväter waren Luis Trenker, Leo Demetz und Franz Prugger, die von 16 weiteren wichtigen Persönlichkeiten des Tales Unterstützung erhielten. Es war aber trotzdem nicht leicht für sie, ihre idealistischen Ideen in Bezug auf die ladinische Kultur, Sprache und Identität zu vertreten und umzusetzen.

Nach dem einleitenden Treffen vom 19. Juli 1945, bei dem auch das Statut der Union gutgeheißen wurde, hat man dann am 5. August 1945 die erste Generalversammlung abgehalten und sich dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Protokoll dieser Versammlung sind so manche Streitigkeiten und recht heftige Debatten erwähnt.

Die Ziele der Union waren und sind der Schutz und die Förderung der Grödner Sprache, Kultur und Tradition, der Bräuche und nicht zuletzt der Umweltschutz des Grödnertales. Seit jeher liegt der ULG viel daran, die fünf ladinischen Täler stärker aneinander zu binden sowie die ladinischsprachige Literatur zu fördern. Auch die Bibliothek wird jährlich mit interessanten Büchern (u.a. mit sehr alten Dokumenten und Tirolensien) erweitert. Ausserdem fördert man die ladinische Musik, setzt sich für die Beibehaltung der ladinischen Namen ein, unterstützt die Gründung der Theatergruppe usw. Man denke auch an die Gründung des “Radio Ladin” durch Bruno und Alex Moroder.

Im Jahre 1946 belebte dann Max Tosi die Union di Ladins mit neuen Ideen. Mit Franz Prugger, der am 15. Juli 1946 gewählt wurde, erhielt der Verein seinen ersten Präsidenten.

1948 ist die ULG offiziell anerkannt worden, 1954 auch als „Ente Morale“. In diesen Jahren war die kulturelle Tätigkeit wieder voll im Gange. Bereits 1948 wurde wieder der “Calënder de Gherdëina” herausgegeben, der während der Kriegszeit ausgeblieben war. Hochwürden Cristl Moroder hat sich dieser schwierigen Aufgabe bis zum Jahr 1997 mit Kompetenz und Fleiß gewidmet. Der „Calënder“ ist in fast allen Haushalten Grödens zu finden und ist eine wichtige geschichtliche Dokumentation unseres Tales.

Bei mehreren Treffen hat man ausserdem damit begonnen, an der Grödner Schriftsprache zu arbeiten. Zu diesem Zweck hat man auch mit den Gadertalern Kontakt aufgenommen, um zusammen zu einer einheitlichen Sprachregelung zu gelangen. Im Jahre 1948 wurde dann eine Publikation der Grödnerischen Grammatik von Minach-Gruber herausgegeben. Schon damals versuchte man, in der Schule ein paritätisches System mit ein paar Ladinischstunden einzuführen.

Nach und nach wurde auch die Stimme nach einem ladinischen Schulinspektor laut, eine Entwicklung, die im Jahr 1975 zur Gründung des ladinischen Schulamtes geführt hat.

Der größte finanzielle Aufwand für die Union war jedoch der Bau der “Cësa di Ladins”, des sogenannten “Hauses für die ladinische Kultur”. Der damalige Präsident Giuani de Petlin, der von 1948 bis 1958 im Amt war und der einen beträchtlichen Betrag aus eigener Tasche gespendet hat, hat vom Ministerrat von Rom, Trient und Bozen zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Das Holz für das Dach hat die Gemeinde St.Ulrich gespendet. Die “Cësa di Ladins” ist der Sitz der Union di Ladins de Gherdëina. Dort finden aber auch die Versammlungen der Union Generela di Ladins dla Dolomites statt. Die Cësa di Ladins wurde 1954 feierlich eröffnet und danach noch mehrmals ausgebaut.

Die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Cësa di Ladins:

  • 6. Juli 1952 - Grundsteinlegung der Cësa di Ladins
  • 1. August 1954 - Feierliche Einweihung der Cësa di Ladins
  • 1. August 1960 - Eröffnung des Grödner Heimatmuseums
  • 26. März 1972 - Um- und Ausbau der Cësa di Ladins (Bibliotheks- und Museumserweiterung)
  • 15. Juni 1986 - Letzte Restaurierung der Cësa di Ladins

Von 1958 bis 1961 hatte wieder Franz Prugger das Präsidentenamt der Union inne. Es sei hier lobend erwähnt, dass er sich bei den Kommissionen dafür eingesetzt hat, die Rechte der Ladiner im Autonomiestatut stärker zu schützen. Auf Initiative des Unionsausschusses wurde in den 60er Jahren das Grödner Heimatmuseum gegründet. Die ULG hat für die Verwirklichung des Museums ein eigenes Komitee ins Leben gerufen. Dessen Mitbegründer und Präsident war von Anfang an bis ins Jahr 2006 Robert Moroder.

Zwei weitere Namen verdienen es genannt zu werden: Alex Moroder, der den Verein von Anfang an verwaltet hat, und Malia da Cudan, die die ladinische Studienbibliothek aufgebaut hat.

Wichtig ist auch, dass die Union keiner politischen Partei angehört und deshalb ihren unparteiischen Charakter beibehalten kann.

Die Union hat es sich auch schon immer zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung für ladinische Themen und Probleme zu sensibilisieren, um dadurch die ladinische Identität zu stärken.

Aufgrund des grossen Pensums hat die Union di Ladins die Mitarbeiterin Ivana Moroder in Teilzeit angestellt. So können Büro und Bibliothek täglich für das Publikum geöffnet sein.

Die ULG steht ausserdem zum Zwecke der Zusammenarbeit in regem Kontakt mit den benachbarten Unions und mit den verschiedenen ladinischen Instituten. Dadurch können wir Ladiner unsere Identität besser erhalten und fördern und - ganz im Sinne der Union -unseren Nachkommen ein würdiges Erbe hinterlassen. Die Globalisierung soll nämlich für die Ladiner keine Gefahr darstellen.

Dem ersten Ausschuss der ULG vom 17.07.1946 gehörten an:

  • Franz Senior Prugger (Präsident)
  • Leo Demetz dla Cademia (Vizepräsident)
  • Leo Crepaz da Maidl (Schriftführer)
  • Prof. Raimund Mureda (Verwalter)
  • Leo Senior Prinoth
  • Hochw. Cristl Moroder de Levigi
  • Bernhard Demetz dl Faujëina

Präsidenten der ULG seit 1945:

  • Cav. Franz Prugger
    15.07.1946 bis 07.08.1948 und 03.07.1958 bis 23.03.1961
  • Giuani Stuflesser de Petlin
    07.08.1948 bis 01.03.1958
  • Josef (Pubi) Stuflesser de Petlin
    23.03.1961 bis 18.03.1963
  • Cav. Heindl Moroder de Doss
    18.03.1963 bis 26.02.1966
  • Stefan Demetz de Sulé
    26.03.1966 bis 04.05.1967
  • Gilo Prugger dl Dorigo
    04.05.1967 bis 22.03.1969, 09.05.1970 bis 28.05.1972 und 26.11.1976 bis 25.05.1979
  • Bruno Moroder
    22.03.1969 bis 09.05.1970
  • Vinzenz Peristi
    28.05.1972 bis 26.11.1976 und 01.04.1985 bis 27.02.1986
  • Guido Insam “Paladina”
    25.05.1979 bis 28.02.1985
  • Dr. Edgar Moroder
    01.03.1985 bis 31.03.1985
  • Daniela Moroder
    26.03.1986 bis 03.05.1995
  • Egon Vinatzer
    10.05.1995 bis 08.07.2008
  • Manuela Piazza
    09.07.2008 bis 25.11.2009
  • Stefan Kasslatter
    12.12.2009 bis heute

La Union di Ladins de Fascia - Der Ladinerverband des Fassatales

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg beginnen die Ladiner, sich wiederum in Vereinigungen und sogenannten “Unions” zusammenzutun, um sich dem Faschismus zu widersetzen, der sie als “grauen Fleck” betrachtet, “der wegzukratzen ist”.

Im Jahre 1945 wird in Meran die Union Culturèla di Ladins (Ladinischer Kulturverein) gegründet. Dabei sind auch die beiden Fassaner Guido Iori Rocia und Don Massimiliano Mazzel, die alle Ladiner des Fassatales dazu aufrufen, ihre Identität zu verteidigen. Im Jahre 1946 findet dann die Grosskundgebung der Ladiner auf dem Sellajoch statt. Auf Betreiben von Guido Iori wird die Zeitung “Zent Ladina Dolomites” (ladinisches Volk der Dolomiten) veröffentlicht. Im Juli desselben Jahres hebt Don Massimiliano Mazzel die Union di Ladins di Fassa aus der Taufe. Diese wird aber erst am 19. Mai 1955 vom Notar Dr. Giovanni Rizzi gesetzlich anerkannt. Die Urkunde unterzeichnen der Notar, Dr. Giacomo Jellici, Dr. Simone Sommariva und der Präsident Don Massimiliano Mazzel.

Die Union di Ladins di Fassa setzt sich für den Schutz der Folklore und für die Verbreitung der ladinischen Kultur ein. Besonders im schulischen Bereich liebäugelt man mit der sogenannten “paritätischen Schule” des Grödner- und Gadertales, in der neben einer Ladinischstunde die eine Hälfte der Unterrichtsfächer auf Italienisch und die andere auf Deutsch unterrichtet wird. Im Fassatal werden hingegen die Schüler dazu angehalten, auch in der Familie Italienisch zu sprechen, da das Ladinische für unnütz erachtet wird.

In den 60er Jahren wird die Union di Ladins de Fassa trotz mangelnder finanzieller Mittel rege: Sie druckt und verteilt das ladinisch-italienische Wörterbuch in den Schulen, veröffentlicht die Monatszeitschrift “La Veisc” und ersucht um die Einstellung von sogenannten “Wanderlehrern”, die die ladinische Kultur in den Schulen verbreiten sollen. Ausserdem fordert sie während der Revision des Autonomiestatutes für die Ladiner des Fassatales dieselben Rechte der Ladiner des Grödner- und Gadertales ein. Nach kämpferischen Jahren wird im Schuljahr 1969/70 endlich ein 1-stündiger Ladinischunterricht pro Woche erlaubt, der von zwei “Wanderlehrern” nicht ohne Schwierigkeiten gedeckt wird. Nach diesem Erfolg befindet sich die Union di Ladins di Fassa erneut im Kampf um einen eigenen ladinischen Bezirk gegen die Absicht der Provinz Trient, das Fassatal dem Bezirk Fleimstal einzuverleiben. Angesichts der Verweigerung der Provinz Trient und der erneuten Enttäuschungen im neuen Autonomiestatut des Jahres 1972, das die Rechte der Fassaladiner wieder nicht denen der Südtiroler Ladiner gleichstellt, verschiebt sich nun der Einsatz der Union di Ladins di Fassa vom kulturellen Bereich weg hin zum eindeutig politischen: Sie bemüht sich bei den Gemeinden um eine Annexion an die Provinz Bozen. Die Union ist jetzt mehrheitlich politisch orientiert. Daher zieht sich Don Mazzel, der eher mässig bleiben will, im März 1973 aus der Union zurück. Diese setzt ihr politisches Engagement unter dem Präsidenten Remo Locatin fort.

Der Union di Ladins di Fassa sind vornehmlich folgende Ereignisse der 70er Jahre zu verdanken:

  • das 1975 von der Provinz Trient eingesetzte “Ladinische Kulturinstitut von Fassa”,
  • das Landesgesetz Nr. 19 aus dem Jahr 1976, das die 7 ladinischen Gemeinden von Fassa territoriell anerkennt,
  • und der im Jahre 1977 vom Fleimstal losgelöste “Ladinische Bezirk Fassa”.

Im November 1976 wird Danilo Dezulian del Garber zum Präsidenten der Union di Ladins di Fassa ernannt. Er zählt auch im Jahr 1983 zu den Mitbegründern der Union Autonomista Ladina (Ladinische Autonomiebewegung), jener politischen Bewegung der Fassaladiner, der es gelingt, einen Vertreter ihres Tales in den Landesrat und ins Parlament zu schicken, nämlich den Senator Ezio Anesi und dann den Abgeordneten Bepe Detomas.

Die Union di Ladins di Fassa unterstützt die politische Bewegung und ist ausserdem im Kultur- und Sprachbereich tätig, gründet die Fassaner Redaktion der Wochenzeitung “La Usc di Ladins”, fördert Initiativen und Projekte zur Verbreitung der ladinischen Sprache in allen Gesellschaftsbereichen, führt die ersten Alphabetisierungskurse für Erwachsene ein, stellt Textmaterial in ladinischer Sprache her, vertritt vehement die Meinung, dass eine Standardversion der ladinischen Sprache nötig ist, und unterstützt Gemeinschaftsinitiativen, um die ladinischen Täler näher aneinander heranzuführen.

11 Jahre lang bleibt Danilo Dezulian Präsident der Union di Ladins di Fassa. Am 5. November 1987 rückt Dr. Antone Pollam nach. Seit 20 Jahren lenkt dieser nun die Geschicke der Union. Danilo Dezulian steht ihm bis zu seinem Tod am 12. April 2005 als Ehrenpräsident zur Seite. Diese Anerkennung wird ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für die ladinische Sache zuteil.

Infolge des kulturellen Erwachens und des wachsenden Feingefühls für die ladinische Kultur und Sprache werden in einigen Dörfern, insbesondere in Moena und in Vigo, eigene Sektionen der Union gegründet. Hier entstehen im Jahr 1963 der Grop Ladin da Moena (Ladinische Gruppe aus Moena) beziehungsweise Anfang der 80er Jahre der Grop Ladin da Vich (Ladinische Gruppe aus Vigo). Dieser besteht nur kurze Zeit, jener hingegen setzt immer noch seine vielfältigen Kulturveranstaltungen fort, u.a. besonders die Veröffentlichung der ladinisch verfassten Zeitschrift “Nosha Jent” (Unser Volk) seit bereits 45 Jahren.

La Union dei Ladins da Fodom - Der Ladinerverband von Buchenstein

Die Geschichte der Union dei Ladins da Fodom (ULF) beginnt in Innsbruck zu Weihnachten des Jahres 1913, als Pfarrer Antonio Pallua als Begründer des Ladinervereins ausgezeichnet wurde. Dieser wurde bald bei jeder Familie Ladiniens bekannt, vor allem wegen der ladinischen Kalender. Diese gelten als die ersten, echten Dokumente seit dem Jahr 1911. Der Geistliche, auch Tone Zucher genannt, wurde in Ornela/Ornella geboren, war dann Pfarrer in Rèba/Arabba und 1913 Dekan in Cortina.

Der “Moviment Ladin” (die Ladinerbewegung) überlebt den Ersten Weltkrieg und die Zeit des Faschismus, kann sich jedoch noch nicht zu einer echten Union zusammentun.

Am 1. Februar 1965 wird im Gasthaus Alpino in La Plié/Pieve di Livinallongo in einer öffentlichen Versammlung die Union General dei Ladins – Sezion da Fodom (Gesamtvereinigung der Ladiner - Sektion Buchenstein) gegründet. Deren erster Präsident ist Bruno Trebo, zunächst Assessor und dann Bürgermeister der Gemeinde Buchenstein.

Die ULF beginnt ihre Tätigkeit mit Begeisterung und Lust zu Neuem. Die gesamte Bevölkerung steht hinter ihr, und ein jeder versucht seinen Teil dazu beizutragen. Im Jahre 1967 erscheint die Zeitung “El Feral” im Druck, die 5 Jahre später der “Usc di Ladins” einverleibt wird.

1983 werden die Ladiner von der Region Veneto vollständig anerkannt und erhalten finanzielle Unterstützung “für den Schutz und die Förderung der ladinischen Kultur”. Seit jeher hat die Union viele Publikationen herausgegeben: für die Schule, auf dem Gebiet der Freizeit und des Gesanges. Einige Bücher erzählen vom Leben in früheren Zeiten und von der Buchensteiner Geschichte. Das Wörterbuch Buchensteinerisch-Italienisch-Deutsch hat drei Ausgaben erlebt. Die Union hat ausserdem CD-Rom zur Geschichte und zum Handwerk in Buchenstein produziert und Theaterkurse angeboten. Weiters wirkt sie mit der Schule und jenen Vereinen zusammen, die die ladinische Kultur und die ladinische Sprache fördern: die Chöre, die Folkloregruppe, das Musikerduo Mario und Max und die Musikkapelle von Buchenstein. Jährlich organisiert sie zusammen mit der Gemeinde das Fest zu Maria Himmelfahrt, das wichtigste Festereignis im Tal. Auch an der Museumsverwaltung hat sie teil.

Im Sinne einer besseren Zusammenarbeit zwischen Gemeinden hat sie mit den Union dei Ladins de Ampëz e Col und mit den Gemeinden dieser Täler einen eigenen Rat eingesetzt. Und ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass im Februar 2005 das ladinische Kulturinstitut “Cèsa de Ján” eingeweiht wurde.

Zusammen mit den anderen beiden Talschaften hat die Union dei Ladins da Fodom einen historischen Schritt gewagt: das Referendum, um sich mit Trentino-Südtirol wiederzuvereinigen. Mit 86,40% Ja-Stimmen hat die Volksbefragung in Buchenstein zu einem schönen Erfolg geführt. Dies zeugt davon, dass das ladinische Bewusstsein in Buchenstein noch wach und gefühlt ist und nach grösserem Schutz verlangt.

Folgende Buchensteiner haben in der Union dei Ladins einen wichtigen Beitrag geleistet:

Sergio Masarei (1943-2006) ist Verfasser von Büchern und Theaterstücken in der ladinischen Sprache Buchensteins, war Förderer des Projektes SPELL und 30 Jahre lang Redakteur bei der “Usc” von Buchenstein.

Nani Pellegrini (1934) hat ein Theaterstück geschrieben, ein multivisionelles Werk über Buchenstein geschaffen, mehrere Musikstücke und Lieder verfasst und stand verschiedenen ladinischen Institutionen vor.

Luciana Palla (1950) ist eine in Ladinien und auch ausserhalb anerkannte Historikerin, die in ihren Büchern die neuere Geschichte Buchensteins beleuchtet.

Franco Deltedesco (1942) ist das ladinische Museum von Buchenstein zu verdanken und einige CD-Rom zu den einstigen Arbeiten in Buchenstein.

Die Union dei Ladins da Fodom setzt sich zusammen aus:

  • Maria Cristina Lezuo (Präsidentin)
  • Nani Pellegrini (Vizepräsident),
  • Bruna Grones (Ehrenpräsidentin)
  • Franco Deltedesco (Sekretär)
  • Giampaolo Soratroi, Lorenzo Soratroi, Daniela Templari, Maria Teresa Crepaz, Sisto Crepaz, Elisa Gabrielli, Manuela Ladurner und Raffaele Irsara (Räte), Pierina Foppa (Gemeinderätin).

Präsidenten der ULF seit 1965:

  • Bruno Trebo 1965-1978
  • Bruna Grones 1978-1995
  • Elena Pellegrini 1995-1997
  • Raffaele Irsara 1997-2002
  • Nani Pellegrini 2002-2004
  • Maria Cristina Lezuo und Raffaele Irsara 2004-2005 Vizepräsidenten
  • Maria Cristina Lezuo seit 2005

L’Union dei Ladign da Col - Der Ladinerverband von Colle S. Lucia

Die Union dei Ladign da Col (ULC) wurde im Jahre 1982 gegründet und ist seit den späten 90er Jahren unter der Sektion Fodom-Còl Teil der Union Generela di Ladins. Die Union hat sich stark für den Erhalt der ladinischen Sprache eingesetzt, u.a. mit dem Kindertheater. Die Jugendlichen aus Colle haben auch in anderen Orten der Provinz ihre Stücke vorgeführt.

Die Lehrerin Maria Agostini, Alessandro Pezzei und die jetzige Vorsitzende der Union dei Ladins da Col, Paola Agostini, haben sich sehr rege für die ladinische Identität eingesetzt.

La Union dei Ladis d’Anpezo - Der Ladinerverband von Ampezzo

Die Union dei Ladis d’Anpezo (ULd’A) wurde offiziell am 4.12.1975 in Cortina d’Ampezzo dank einigen Personen gegründet, die ihren Ursprüngen und ihrer Heimat besonders Liebe und Respekt entgegenbrachten. Die grundlegenden Ziele des Statuts betreffen die Erhaltung, den Schutz und die Förderung des Bewusstseins der Ampezzaner Ladiner und deren Kulturgutes, wie Sprache, Geschichte, Sitten und Bräuche, Folklore, Ortsnamenkunde u.ä., sowie die Zusammenarbeit mit den anderen Unions rund um den Sellastock.

Dazu gehören folgende Tätigkeitsbereiche:

  • Texte drucken und verbreiten, die Fakten aus der Vergangenheit, einheimische Persönlichkeiten und wichtige Handwerkstätigkeiten betreffen
  • Geschichts- und Kunstsammlungen und Texte für Kinder, Ausstellungen ausrichten,
  • an Veranstaltungen in Tracht teilnehmen,
  • mit lokalen und privaten Körperschaften zusammenarbeiten und an Projekten zur ladinischen Kultur und Geschichte mitwirken, die die ladinischen schulischen Einrichtungen ins Leben rufen.

Mit der Zeit ist die Union ein wichtiger Bezugspunkt für das ladinische Geschichts- und Kulturgut von Ampezzo geworden.

Präsidenten der Union di Ladins d'Ampezzo

  • Menardi Luigi Malto 1975/1992 (Ehrenpräsident seit 1998)
  • Majoni Ernesto Coleto 1992/1999
  • Majoni Giulio Coleto 1999/2000
  • Bigontina Siro Titoto 2000/2006
  • Zardini Elsa Soriza 2006/